Es war einmal in Deutschland

 

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          14:30  

 

von Sam Gabarski; D/B/Lux 2016; 101 Min.; FSK: noch offen; Kamera: Virginie Saint-Martin; Musik: Renaud Garcia-Fons; mit Moritz Bleibtreu, Antje Traue, Mark Ivanir, Hans Löw, Tim Seyfi, Anatole Taubman, Pal Macsai, Vaclav Jakoubek u. a.

 

Frankfurt am Main, 1946. David Bermann (Moritz Bleibtreu) und seine jüdischen Freunde sind dem Naziregime nur knapp entkommen und träumen jetzt wie viele von der Ausreise nach Amerika. Doch wie das nötige Geld in diesen kargen Zeiten dafür aufbringen? Dem eloquenten Geschäftsmann kommt die zündende Idee: Was brauchen die Deutschen jetzt am meisten? Feinste Wäsche aller Art, hübsch verpackt in unglaubliche Geschichten. Gemeinsam ziehen die sechs begnadeten Entertainer von Haus zu Haus und preisen den Hausfrauen mit hinreißender Chuzpe ihre Ware an, so dass die geschmeichelten Damen gar keine andere Wahl haben, als bei diesem unwiderstehlichen Angebot zuzugreifen. Das Geschäft floriert, die schöne, neue Zukunft naht. Doch bald holt Bermann seine eigene Vergangenheit ein: Warum hatte er damals einen zweiten Pass? Und was hatte es mit seinem Besuch auf dem Obersalzberg auf sich? Hat er womöglich mit den Nazis kollaboriert? Die kluge und attraktive, aber unerbittliche US-Offizierin Sara Simon lässt bei den Verhören nicht locker und begegnet seiner Fabulierkunst mit eiserner Strenge. Doch es fällt ihr zunehmend schwerer, sich seinem Charme und Witz zu entziehen … (Verleihinfo)

„Mit einer guten Portion schwarzen Humors erzählt Sam Gabarski die unglaubliche, aber wahre Geschichte des David Bermann (gespielt von Moritz Bleibtreu): Er überlebte als deutscher Jude das KZ und plant nach dem Krieg die Auswanderung in die USA. Gemeinsam mit ein paar Leidensgenossen schlawinert er sich als Wäschevertreter durch die Ruinen und bezirzt einsame Frauen, Kriegerwitwen und Heldenmütter. Eine tiefgründige Schelmenkomödie, in der Lachen und Weinen dicht beieinander liegen. (…)
Kein Märchen, trotz des Titels, aber doch ein Spiel mit Fantasie: David behält seinen Witz und seine Selbstironie, ganz gleich, was geschieht. Dieser Humor ist schwarz und oft richtig fies, manchmal melancholisch, eher leise als laut, immer schnell und intelligent, ein Sprachwitz, der virtuos mit Worten spielt. Kurz gesagt: Es handelt sich um jüdischen Humor, der hierzulande aus nahe liegenden Gründen kaum noch bekannt ist, geschweige denn gepflegt wird. Moritz Bleibtreu, ein genialer Menschendarsteller, gibt David Berman Chuzpe, Geist und Leben. Er lässt ihn charmieren und parlieren, er zeigt ebenso seine Wehmut wie seinen unverwüstlichen Überlebenswillen und den Humor, der ihn auch in heiklen Situationen nicht verlässt. Was Moritz Bleibtreu in diesem Film leistet, ist mehr als Schauspielkunst: Er präsentiert in seiner Person nicht nur ein Menschenleben, sondern auch eine Kultur, die beinahe vergessen ist. (…)
Trotz der generellen Leichtigkeit hat Sam Gabarski erfolgreich vermieden, seinen Film allzu glatt und entspannt durchzuinszenieren. (…) Der Film ist aber unbedingt sehenswert und nicht nur inhaltlich ein Gewinn, sondern vor allem ist er zu großen Teilen sehr komisch und manchmal eben auch traurig, so wie das Leben an sich und überhaupt. Der Grundton bleibt dabei positiv. Vielleicht ist es sogar ein bisschen ,Schindlers Liste‘ trifft ,Ocean’s Eleven‘, verziert mit einem winzigen Hauch Lubitsch-Touch. Winzig, aber spürbar.“ (Programmkino.de)

„Im Gegensatz beispielsweise zu ,Monsieur Claude und seine Töchter‘ aber legt der Film diese Vorurteile offen, ja, er bricht sie sogleich in den Szenen selbst, teilweise durch bitteren Humor. So wird einmal beklagt, dass Bermann noch den guten Ruf der Juden beschädige, woraufhin dieser entgegnet, seit wann sie in Deutschland einen guten Ruf hätten. Schon die eingeblendete Texttafel zu Beginn verweist auf den humoristischen Grundton, ist dort doch zu lesen, dass alle Ereignisse so stattgefunden haben und sollten sie es nicht, hätten sie so stattfinden können. Es ist die Prämisse des Films, dass nicht alles hundertprozentig der Wahrheit entspricht, denn ohne Lügen, so sagt Bermann einmal, wäre das Leben nicht zu ertragen.“ (kino-zeit.de)


www.eswareinmalindeutschland.x-verleih.de

 

 

 

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