Die Reste meines Lebens

 

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von Jens Wischnewski; D/Israel 2016; 108 Min.; FSK: o. A.; Kamera: Dominik Berg; Musik: Peter Thomas Gromer; mit Christoph Letkowski, Luise Heyer, Karoline Bär, Ulrike Kriener, Hartmut Volle u. a.

 

„Schimon hat bereits in jungen Jahren von seinem Großvater gelernt, das Leben so zu nehmen, wie es kommt. Bislang ist der junge Mann damit auch gut gefahren, denn das Schicksal scheint ihm wohl gesonnen. In San Francisco  hat der Deutsche nicht nur als Tonkünstler sein berufliches Glück, sondern auch mit der Bildhauerin Jella die ganz große Liebe gefunden. Doch dann bricht, zurück in Deutschland, das Unglück über ihn herein, mit einer solchen gnadenlosen Wucht, dass auch ein Glückskind wie Schimon ins Wanken gerät. Bei einem denkbar unglücklich verlaufenden Unfall verliert er seine schwangere Frau. Wäre da nicht Milena, die Schimon bei der Arbeit kennen lernt und in die er sich erneut Hals über Kopf verliebt. Ein Tabu-Bruch, denn Jella ist gerade erst zwei Wochen tot und Schimon droht in einer emotionalen Achterbahnfahrt den Boden unter den Füßen zu verlieren. Erstaunlich souverän und sensible jongliert Regisseur Jens Wischnewski bei seinem Filmdebüt mit den großen Themen wie Liebe, Verlust und Trauer. Ihm gelingt ein wunderbar warmherziger Film, der lebensklug und mit feinem Humor einen Hans-im-Glück einer harten Hiobs-Prüfung unterzieht.
Schimon (Christoph Letkowski) passt auf den ersten Blick so gar nicht ins Bild, das man sich von einem trauernden Witwer macht. Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass der junge Mann in Karlsruhe seine schwangere Frau Jella (Karoline Bär) bei einem Unfall, unter absurd anmutenden Umständen verloren hat, da bändelt er bereits mit der hübschen Musikerin Milena (Luise Heyer) an.  Die erfährt erst am Morgen nach der ersten Nacht, dass ihr Traummann in Wahrheit frisch verwitwet ist und zieht zuerst einmal die Reißleine. Mit einem tragikomischen Tohuwabohu bringt Jens Wischnewski seine etwas andere Dreiecks-Geschichte ins Rollen. Leicht hätten dabei die Figuren unter einem Wust an wahnwitzigen Schicksalsschlägen verloren gehen können, aber dem Regisseur gelingt es, sich mit dramaturgischen Kniffen und feiner Charakterzeichnung den Blick für das Wesentliche zu bewahren. Während er langsam die unter skurrilen Vorzeichen gestartete Beziehungsgeschichte zwischen Schimon und Milena weiter spinnt, kommen in Rückblenden immer mehr Begebenheiten aus dem früheren Leben von Schimon mit Jella in San Francisco zum Vorschein. Allmählich offenbart sich dem Zuschauer, warum Schimon so sehr darauf vertraut, dass das Schicksal es gut mit ihm meint, obwohl ihm gerade doch so viele schreckliche Dinge widerfahren sind.
Gleichzeitig verdichten sich die Vorzeichen dafür, dass seine Art und Weise der Trauerbewältigung nicht ohne Rückschläge und schmerzliche Déjà-vus vonstattengeht. Milena wiederum muss sich fragen, ob ihr in diesem Szenario nur die Rolle einer Trösterin und Ersatzfrau zufällt, oder ob die beiden eine Chance für eine eigenständige Beziehung bekommen.  Schnelle und einfache Antworten sucht Jens Wischnewski für diese Fragen nicht, lieber lässt er seinen Figuren genügend Raum, um sich zu entfalten. Dabei kann sich die Regie voll und ganz auf die Schauspieler verlassen, die ihre Rollen ebenso glaubwürdig wie lebendig verkörpern. Ähnlich unverbraucht wie die Gesichter der drei Hauptdarsteller kommt auch der Drehort Karlsruhe daher, der von Kameramann Dominik Berg als stimmungsvolle Kulisse für das tragikomische Geschehen perfekt ins Bild gesetzt wird. Unterm Strich, ist dem Regisseur hier ein starkes Debüt gelungen, das Lust auf mehr macht.“ (Programmkino.de)

 

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